«Nachane bini schläuer.»
 

Werden
Sie
Mitglied!

Vortragsreihe 2026/27

Eine Anmeldung für die öffentlichen Vorträge ist grundsätzlich nicht erforderlich – es sei denn, es ist direkt beim Vortrag anders vermerkt. Der Eintritt wird an der Abendkasse erhoben und beträgt wo nicht anders angegeben CHF 15.–, für Vereinsmitglieder CHF 10.– und für Lernende, Studierende und Lehrlinge mit Ausweis ist der Besuch der Vorträge kostenlos. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Samstag, 26. September 2026, ab 10.15 Uhr, Anna Göldi Museum Ennenda
FRIDOLIN-SYMPOSIUM
Ein Tag mit spannenden Referaten von Fridolin Hauser, Mechthild Pörnbacher, Adelheid Lang und Beat Näf

Fridolins Kult – gestern, heute, morgen?

10.15 Uhr: Fridolin Hauser

Der heilige Fridolin ist eine Kultfigur im Glarnerland. Im Freulerpalast wird Fridolin je nach Zeitgeist als Schlachtbannerfigur, Mönch, Fürstabt und nach der Reformation als Prediger dargestellt. Nach der Legende war Glarus über Jahrhunderte vererbtes Untertanengebiet des Klosters Säckingen, welches Fridolin gegründet hatte. Das Glarner Wappen mit dem heiligen Fridolin überstand die Reformation. Viele Knaben wurden bis ins 20. Jahrhundert Fridolin getauft. Die Landsgemeinde 1973 schaffte den nur von katholischen Einwohnerinnen und Einwohnern gefeierten Fridlistag zu Gunsten «Allerheiligen» ab. Trotzdem blieb der Fridolinskult bestehen, in Flurnamen, Gebäuden, Fridlisfeuern und schlug sich auch kommerziell nieder in Produkten. 1986 wurde der «Fridlibund» gegründet, eine lose Vereinigung von Fritzen, Fridlenen, Friggen und Fridenen, die den 6. März weiterhin feiern und eine Partnerschaft mit Säckingen anstossen konnten. Fridolin Hauser macht einen Streifzug durch den Fridlikult von den Ursprüngen bis zur Gegenwart.


«Wanderschaft und Gottverlangen» in der Vita des hl. Fridolin und in anderen hagiographischen Quellen

11.45 Uhr: Dr. Mchthild Pörnbacher

Ein Leben in der Fremde kann auch als Form der Askese gesehen werden. Es ist nicht Selbstzweck, sondern wird in den Dienst der Glaubensverkündigung gestellt. Wie der Titel des Referats besagt, wird das Leben des heiligen Fridolin dahingehend beleuchtet.


Die Fridolinsreliquien: Früher – heute - künftig

13.15 Uhr: Adelheid Lang

Einleitend spricht Adelheid Lang über das uralte menschliche Bedürfnis, Dinge konkret anzuschauen oder gar zu berühren. Dann geht es um die Geschichte des Schreins: Wie waren die Gebeine verwahrt, bestattet? In einem Sarkophag? In einer Holzkiste? Wann wurden Schreine näher untersucht und von wem begutachtet? Warum bedeutet die Präsentation während der Nazi-Zeit einen Stilbruch, den man rückgängig machen könnte?


Fridolin heute

14.45 Uhr: Prof. Dr. Beat Näf

Aus heutiger Sicht könnte man sagen: Fridolin war ein erfolgreicher Migrant. Aber war er das tatsächlich? Heiligenlegenden sind voller Rätsel. Wissenschaftliche Forschung dazu bietet Aufschlüsse und liefert Erkenntnisse. Die fremd gewordene Gestalt Fridolins sowie seine Zeit - das Frühmittelalter - lassen sich so besser verstehen.

Für den Besuch aller Vorträge am Symposium ist ein VORTRAGS-PASS erhältlich:

CHF 40.– (Nichtmitglieder), CHF 30.– (für Mitglieder).

 

Referentinnen und Referenten am Symposium:

 

Fridolin Hauser (alias Fridli Osterhazy), geboren am 9. April 1939 in Näfels, Gründer und Präsident des Fridlibundes Glarus. Ausbildung in Näfels und Rorschach, Lehrer in Graubünden, Glarus und Zug; später Betriebspädagoge und Instruktor bei Swissair. Rektor der Schulen Einsiedeln, Gründer des Schulhotels «Drei Könige». Danach Berufsschullehrer in Ziegelbrücke und Gemeindepräsident von Näfels (1986–94). Mehrfach ausgezeichnet, u. a. Kulturpreise Näfels (2004) und Glarus Nord (2026). 

Autor zahlreicher Werke wie z.B. Näfelser Geschichte(n) 2005 der Reihe «Im Zeichen des heiligen Fridolin» und langjähriger Kolumnist beim «Fridolin».


Mechthild Pörnbacher lebt in Oberbayern. Sie ist teilweise aufgewachsen in Nijmegen (Niederlande). Seit ihrer Promotion beschäftigt sie sich mit der Vita des hl. Fridolin. Lange Jahre war sie am Mittellateinischen Wörterbuch, BAdW, München tätig. 

Nach wie vor publiziert sie u.a. über hagiographische und liturgische Texte des lateinischen Mittelalters.


Adelheid Lang lebt seit 1974 in Säckingen (Freiburg i. Breisgau.). Zuvor war sie im Schuldienst (Latein / Deutsch) tätig. Seit Ende der 80er-Jahre kümmert sie sich neben ihrer Familie auch ehrenhalber um das Münsterarchiv (MAS) in Säckingen. Sie interessiert sich für alles rund um den Stadtpatron St. Fridolin und das ehemalige Damenstift samt Münster und Stadt. Sie pflegt ihre Beziehungen zum Glarnerland und ist selbstverständlich Mitglied des Freundeskreises Näfels. 

Sie macht gelegentlich Stadt- und Münsterführungen für Bekannte und nahm auch schon mit Prof. B. Näf (s.u.) an Symposien teil.


Beat Näf lebt in Aarau, ist emeritierter Professor am Historischen Seminar der Universität Zürich und in der Flüchtlingsarbeit aktiv. Zu den Schwerpunkten seiner Forschung zählt die Übergangszeit vom Altertum ins Mittelalter. Hier hat er unter anderem die intensiv debattierte Quellengattung der Heiligenlegenden untersucht, etwa von Felix und Regula sowie vom schwarzen (?) Mauritius.

Donnerstag, 29. Oktober 2026, 19.30 bis 21.00 Uhr, Hotel Post Glarnerhof
Jeder Mensch ein Künstler
Prof. Peter Jenny

Schade, dass Sie die Kunst beim Älterwerden vergassen. Höchste Zeit für Sie, um wieder mitzubestimmen. «Breitenkunst» ist genauso wichtig wie «Breitensport». Joseph Beuys sagte einst: Jeder Mensch ist ein Künstler. 

Peter Jenny erklärt Ihnen, warum diese berühmte Behauptung falsch ist. Er stellt auch die Frage an Kunstschaffende: Wann begannen Sie? Und an uns: Wann hörten Sie auf? Er erläutert die Kunst als manipulierendes Spielzeug für Lebens- und Glaubensformen. Er befasst sich auch mit Provokationen als Lehrpfad der Neugierde, mit jenem Berufsstand der in der Politik immer zuerst gefeuert wird, mit dem Abschreiben, das am richtigen Ort von Nutzen sein könnte und er fragt sich, ob es etwas gibt, das wir als Breitenkunst – analog zum Breitensport – anerkennen könnten?

Peter Jenny absolvierte seine gestalterische Ausbildung an der Kunstgewerbeschule Zürich und spezialisierte sich auf kulturelle Bereiche. So war er während mehrerer Jahre Gestalter der kulturellen Monatszeitschrift «du». Er hatte verschiedene Lehrtätigkeiten inne und war Mitbegründer der privaten Schule für experimentelle Gestaltung F+F in Zürich. 1977 wurde er als Professor für Bildnerisches Gestalten an die Architekturabteilung der ETH Zürich berufen. Seit September 2007 ist er emeritiert. Peter Jenny beteiligte sich an zahlreichen Ausstellungen unter anderem an der Biennale Venedig und ist Autor mehrerer Publikationen, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden und sich als Lehrgänge für alle erweisen, die gegenüber bildnerischem Denken offen sind.

Donnerstag, 19. November 2026, 19.30 bis 21.00 Uhr, Soldenhoff-Saal Glarus (Landesbibliothek)
Wie funktioniert Gebärdensprache?
Sabine Danckwardt

Stellen Sie sich vor, in einem Raum wird intensiv gelacht, diskutiert und erzählt, aber Sie hören nichts – die Menschen sprechen Gebärdensprache. 

Tauchen Sie ein in eine visuelle Welt, in der mit Händen, Blicken und Mimik gesprochen wird, erfahren Sie mehr über die Geschichte und Funktionen der Gebärdensprache und testen Sie Ihre Feinmotorik!

Sabine Danckwardt wohnt seit 2006 in Ennenda. Sie hat an der Hochschule für Heilpädagogik (HfH) Gebärdensprachdolmetschen studiert und arbeitet an der Berufsschule für Lernende mit Hör- und Kommunikationsbehinderung (BSFH) in Zürich.

Donnerstag, 21. Januar 2027, 19.30 bis 21.00 Uhr, Soldenhoff-Saal Glarus (Landesbibliothek)
Allein sein – Albtraum oder Abenteuer?
Verena Steiner

Spätestens beim Verlust des Partners oder der Partnerin oder im höheren Lebensalter sind wir öfter allein. Doch was tun, damit dies nicht zum Albtraum wird? 

Verena Steiner, Autorin des Bestsellers «SOLO – Alleinsein als Chance» zeigt mit Humor und Tiefe auf, wie sie es als Witwe nach der Trauerphase schaffte, mutiger und offener zu werden und sich auch solo gut und verbunden zu fühlen – mit sich selbst, mit anderen Menschen und mit der ganzen Lebenswelt.

Verena Steiner, Dr. phil. II, hat sich nach dem Biochemiestudium auf Lernprozesse spezialisiert und hat 1998 an der ETH Zürich das Programm «Lernen mit Lust!» aufgebaut. Seit 2018 gibt sie Kurse «Solo, stark und lebensfroh» an der VHS Zürich, 2025 ist ihr neustes Buch «SOLO – Alleinsein als Chance» (Arisverlag) erschienen.

www.explorative.ch

Donnerstag, 25. Februar 2027, 19.30 bis 21.00 Uhr, Soldenhoff-Saal Glarus (Landesbibliothek)
Satire im KI-Zeitalter – eine Cartoonshow
Ruedi Widmer

Der Winterthurer Cartoonist projiziert und zeigt eigene Cartoons der vergangenen Jahre sowie aktuelle Arbeiten. Er liest Kolumnen, erzählt aus seinem Arbeitsalltag im Spannungsfeld zwischen gefährdetem Printjournalismus, Desinformation, Social Media, KI und informierten Bürgerinnen und Bürgern. Er geht der Frage nach, was Satire heute noch bewirken kann und was ihre Aufgabe sein muss. Und sagt uns, warum man in diesen Zeiten unbedingt mehr lachen sollte!

Ruedi Widmer, 1973 in Winterthur geboren, ist gelernter Grafiker und heute Cartoonist, Kolumnist und Satiriker. Er zeichnet seit dem Jahr 2000 täglich Cartoons
und schreibt satirische Texte für die Wochenzeitung WOZ, den Tages-Anzeiger, Der Landbote, Saldo, Titanic und viele andere Presseerzeugnisse in der Schweiz und in
Deutschland. Sein aktueller Cartoonsammelband «Verfassungslos – die Welt, kurz erklärt» (2026) wurde in der Schweiz zu einem Bestseller und zeigt einen Überblick über die Arbeit
der letzten Jahre.

Widmer lebt in Winterthur, mag das Glarnerland und ging jedes Jahr nach Braunwald in die Skiferien.

Donnerstag, 11. März 2027, 19.30 bis 21.00 Uhr, Soldenhoff-Saal Glarus (Landesbibliothek)
UNESCO Welterbe Tektonikarena Sardona – Die Glarner Hauptüberschiebung
Mark Feldmann

In Zusammenarbeit mit der Naturforschenden Gesellschaft des Kanton Glarus

Mit der Entdeckung der Glarner Hauptüberschiebung gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde klar, dass alle Gebirge der Erde durch tektonische Prozesse entstanden, durch welche auch älteres auf jüngeres Gestein geschoben wurde. Das besondere an der Glarner Hauptüberschiebung ist, dass man sie an einigen Stellen im Profilschnitt betrachten kann, z. B. an der Lochsite bei Schwanden, wo das überliegende alte Gestein fast 250 Millionen Jahre älter ist, als das überlagerte. Doch sind die Gesteinsalter auch bei der Glarner Hauptüberschiebung nicht überall gleich gross. Erklärungen dafür und unterschiedliche Bildungen des Lochsitenkalkes, der als Gleithorizont für den Überschiebungsprozess gedient hat, werden in diesem Vortrag erläutert.!

Dr. Mark Feldmann studierte Geologie an der ETH Zürich. Nach einem Forschungsaufenthalt an der Harvard Universität (USA) folgten Forschungsprojekte an der ETH Zürich und an der Universität Göttingen (D). Anschliessend amtete er als Dozent an der Universität Stuttgart, bevor er als praktizierender Geologe verschiedene Projekte in der Region Zürich leitete. 

Seit 2002 betreibt er sein eigenes Geologiebüro in Glarus und vermittelt Geologie in Form von Kursen, Vorlesungen und Führungen.